und einer, der sich selbst beherrscht, besser als einer, der Städte erobert.
Neue Verhaltensweisen
Der Strassenverkehr entwickelt aus sich selbst heraus neue
Verhaltensweisen einer mobilen Gesellschaft. Aus der Anonymität der
Masse gelingen die Durchbrüche des Menschlichen, wenn vor dem
Fussgängerübergang nicht nur dem Gesetz
gehorchend unwillig gehalten, sondern ein ermutigendes und
einladendes Handzeichen gegeben wird, das einfreundliches Nicken des
Kopfes als Antwort erhält. Das gab es vor einigen Jahren noch nicht.
Hier stehen sich sekundenlang die früheren Feinde Autofahrer und
Fussgänger versöhnt gegenüber zwei Menschen. Oder das auf
die Vorfahrt verzichtende Handzeichen, das mitten aus einer endlosen
Kolonne der Hauptstrasse einem hoffnungslos in der Nebenstrasse
wartenden zum Einfahren oder Überqueren gegeben wird. Oder das
Blinkzeichen eines LKW Fahrers für den nachfahrenden PKW Fahrer: Die
Strasse ist frei, du kannst überholen. Das sind Anfänge einer neuen
motorisierten Gesellschaft, die, ohne es zu wissen, nach der goldenen
Regel der Bergpredigt zu leben beginnt.
Vaterunser der Strasse
Vaterunser
Die Strasse gehört allen, du bist der Vater auch der Fussgänger, der Alten und der Kinder. Sogar Radfahrer haben Rechte.
Geheiligt werde dein Name.
“Mensch ärgere dich nicht” – und wenn es wirklich Arger gibt, so lass
mich nicht fluchen, auch nicht bei Pannen und Stockungen oder wenn
Anfänger ihre Zicken machen. Lass mich deinen Namen heiligen durch Ruhe
und Anstand.
Dein Reich komme,
Dein Reich der Gerechtigkeit, Güte, Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft,
Fairness. Lass mich bei einem Unfall nicht feige vorbeifahren.
Dein Wille geschehe.
Du willst dass Ordnung sei im Leben – auch im Verkehr. Lass mich die Verkehrsregeln beachten.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Die meisten sind zum Brotverdienen unterwegs, beruflich und wegen ihrer
Arbeit. Lass mich nicht den Führerschein aufs Spiel setzen. Bewahre
mich davor, dass durch mich ein Mensch zu Schaden kommt.
Vergib uns unsere Schuld,
Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
“Wer war Schuld?” – nicht immer der andere! Lass mich vorsichtig fahren und lass uns nicht durch Schuld in Schulden geraten.
Und führe uns nicht in Versuchung zu rasen, weil es eilt, zu protzen
weil ich angeben will, zu überholen, weil ich keine Geduld aufbringe,
die Vorfahrt zu erzwingen, weil ich meine, immer im Recht zu sein, mich
ans Steuer zu setzen mit Alkohol im Blut.
Sondern erlöse uns von dem Bösen.
Des Rausches der Geschwindigkeit, der Raserei, des Alkohols, der Droge,
dem Bösen der Luftverschmutzung und dem Chaos des Verkehrs.
(Aus “Impulse zur Verantwortung” , Bd1)