Die innere Stimme / Das Gewissen
- Die Straße gehört allen Benutzern
-
Gegenseitiger Respekt ist oberstes Gebot
-
Pflicht der vollen Aussagewahrheit bei Unfällen
|
- Verantwortungsbezogene Einstellung im Straßenverkehr
- Bewußtseinsbildung im Zusammenhang mit Unfällen
|
|
Die innere Stimme
Ralf (16) hatte genau gesehen, daß sein Freund Peter (16) mit seinem
Mofa die Straße überquerte, als die Ampel schon “ROT” anzeigte. Dabei
streifte er eine Frau, die zu Boden stürzte und sich am Arm verletzte.
Peter bat Ralf, er möge bei der Polizei für ihn als Zeugen dafür
auftreten, daß die Ampel noch “GRÜN” war, als die Frau anfuhr. Einen
Augenblick zögerte Ralf. Aber dann wußte, er was er tun sollte.
Wir befinden uns oft in Situationen, in denen wir uns entscheiden
müssen. Wir können so oder anders handeln. Manchmal wissen wir ganz
genau, daß eine Entscheidung gut ist, obwohl sie für uns nicht angenehm
oder nützlich ist. Oft spüren wir auch, daß eine Entscheidung nicht in
Ordnung (schlecht, böse, sündhaft) ist, obwohl sie manches für sich
hat. Vor einer solchen Situation vernehmen wir oft die innere Stimme,
die uns sagt, was wir tun oder lassen sollen. Auch nach der Tat meldet
sich oft diese Stimme. Sie akzeptiert unsere Tat oder macht uns
Vorwürfe. Diese innere Stimme nennen wir das “GEWISSEN”. Das Wort
“GEWISSEN” hängt mit “WISSEN” und “GEWISSHEIT” zusammen. In unserem
Gewissen haben wir ein Wissen um Gut und Bös. Dieses Wissen ist uns in
vielen Fällen ganz “gewiss". Selbst wenn wir anders handeln, als uns
die Stimme des Gewissens rät, wissen wir, daß uns das Gewissen richtig
beraten hat.
-
Sprecht in eurer Klasse über einen Konfliktfall des Gewissens im
Zusammenhang mit einer Verkehrssituation. Übt an diesem Beispiel
Güterabwägung, indem ihr zwei Gruppen bildet, die jeweils das Pro und
das Contra herausarbeiten.
-
Muß ich in solchen Konfliktfällen auch eine Gewissensentscheidung respektieren, die anders ist als die meine?
Verantwortung
Das Gewissen ist nicht eine starre Instanz in uns, auf die wir keinen
Einfluß haben. Wir können und müssen viel viel dafür tun, daß uns
dieses Organ verläßlich berät. Gewissensbildung ist eine der
wichtigsten Aufgaben unseres Lebens. Zu unserer Verantwortung für unser
Gewissen gehört:
Das Gewissen bilden :
Wir müssen alle Fähigkeiten, die wir haben, entwickeln. Wer nicht die
Mühe auf sich nimmt, seine Fähigkeiten auszubilden, wird sie nie zu
voller Entfaltung bringen. Nur durch trainieren im Bereich des Sportes
zum Beispiel entwickelt man seine sportliche Veranlagung. Wir können
unser Gewissen bilden indem wir auf seine Stimme in uns hören lernen.
Dies gelingt uns umso mehr, je weniger wir uns von unseren eigenen
Interessen leiten lassen. Wer nur seine eigenen Vorteile sucht oder nur
seiner Bequemlichkeit folgt, wird kaum merken, daß sein Gewissen
"unterentwickelt" bleibt.
Fehlentwicklungen erkennen und abbauen:
Wir müssen immer wieder prüfen, ob wir ein irrendes, unmündiges oder
verstummtes Gewissen haben, das uns innere Zwänge auferlegt, die uns
daran hindern ein reifes und offenes Gewissen zu entwickeln.
Erläutere am Beispiel einer Verkehrs- respektiv einer Unfallsituation,
wie sich ein sensibles Gewissen von einem stumpfsinnigen Gewissen
unterscheidet.
Welche Verantwortung tragt ihr in solchen Situationen?