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Jedes Jahr werden in Europa 50.000 Menschen im Straßenverkehr
getötet, und mehr als 150.000 bleiben für den Rest ihres Lebens
behindert.
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Der Straßenverkehr zerstört das Leben eines immer größer werdenden Teils unserer Gesellschaft.
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> Fiches pédagogiques
> Formation morale et sociale
> Straßenverkehrsopfer
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Straßenverkehrsopfer
- Persönliche Verantwortung in und vor der Gesellschaft.
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SchülerInnen sollen sich bewusst machen, welche körperlichen und
psychischen Leiden Verkehrsopfer und ihre Angehörigen den Rest ihres
Lebens ertragen müssen.
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- Verantwortungsethik aller Verkehrsteilnehmer fördern.
- Die SchülerInnnen über die Folgen der Verkehrsunfälle informieren.
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Auf den Straßen Luxemburgs können für das Jahr 2003 folgende Durchschnittszahlen festgehalten werden:
- 22,1 Verkehrsunfälle fanden pro Tag statt
- Alle acht Stunden wurde eine Person in einem Verkehrsunfall verletzt.
- Einmal pro Woche starb eine Person in einem Verkehrsunfall.
(Quelle: Luxemburger Wort 13.04.2004)
Schülerunterlagen Straßenverkehrsunfälle: Die Folgen für Getötete, Verletzte und ihre Familien
Das Problem
Jedes Jahr werden in Europa mehr als 50.000 Menschen im
Straßenverkehr getötet, und mehr als 150.000 bleiben für den Rest ihres
Lebens behindert. Daher wächst die Zahl der hinterbliebenen Familien
oder Familien mit schwer behinderten Mitgliedern in der Europäischen
Union derzeit um jährlich 200.000. Somit beträgt die kumulierte Zahl
der
(über)lebenden Angehörigen, deren tragische Situation oft unterschätzt,
wenn nicht sogar ignoriert wird, mindestens
2.000.000 Straßenverkehrsopfer
Die volkswirtschaftlichen Kosten erreichen gemäß einer europäischen
Studie jährlich 200 Mrd. Euro. Dieser Betrag hat die gleiche
Größenordnung wie die Kosten der jährlichen Autoproduktion in Europa.
Es kann geschlussfolgert werden, dass der von den Autos rein materiell
verursachte Schaden äquivalent zu den Kosten ihrer Produktion ist.
Konservative Evaluationen zeigen, dass das Kosten/Gewinn-Verhältnis
für die Verbesserung der Verkehrssicherheit spricht, sie zeigen
zweifelsfrei den enormen rein monetären Profit, den die Gesellschaft
als Ganzes durch Investitionen in die Verkehrssicherheit haben könnte.
Hinzu kommt aber das immense menschliche Leid, welches verhindert
werden könnte.
Es ist heute erkannt, dass Straßenverkehrsunfälle ein großes Problem
der Volksgesundheit ist, zum einen wegen der hohen Zahl der betroffenen
Opfer, zum zweiten aber wegen der Dramatik der Konsequenzen für sie
selbst und ihre Angehörigen. Es ist entsetzlich anzuschauen, wie sehr
die hinterbliebenen Familien und Familien von schwer behinderten Opfer
depressiv, erschöpft, sogar suizid werden. Diese psychologischen Leiden
sind häufig schwer, langwierig, und auch permanent. Sie können
physische Krankheiten hervorrufen, die die psychische Qual verstärkten
und in einen Teufelskreis münden. Zusätzlich begegnen diesen Familien
häufig noch Schwierigkeiten mit Behörden, Beamten, der Straf- und
Ziviljustiz, und mit Versicherungsgesellschaften.
Bislang ist nur sehr wenig zur Erleichterung ihrer Situation
unternommen worden. Die FEVR (Fédération Européenne de Victimes de la
Route) fördert die Gründung von Beihilfezentren für Verkehrsopfer, wo
sie unentgeltlich moralische, rechtliche und soziale Unterstützung
finden können. Die Föderation hat ebenso eine Reihe von legislativen
Anträgen zur Verbesserung der Situation dieser Opfer gestellt.
Europäische Ergebnisse
Von den 1274 Antworten kamen 59 % von den Angehörigen der
Verkehrstoten und 41% von Angehörigen der behinderten Opfern oder den
Verkehrsopfern selbst.
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Ersthilfe und Information
Eine
große Mehrheit (91 %) der Familien von Toten und 78 % derer von
gesundheitsgeschädigten und behinderten Unfallopfern beklagten sich
darüber, nicht ausreichend über ihre gesetzlichen Rechte informiert
worden zu sein. Ungefähr 85% der Familien erhielten keinerlei Informationen über Unfallopferhilfsorganisationen.
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Strafrechtliche Vorgänge
Die größte Enttäuschung wurde gegenüber den Vorgängen der Strafgerichtsbarkeit ausgedrückt: 89
% der Familie von Toten und 68 % von denen gesundheitsgeschädigter
und behinderter Unfallopfer waren der Meinung, dass in ihrem Fall keine
Gerechtigkeit erfolgte, 75 bzw. 61 % glaubten, dass die Urteile nicht
fair waren. Darüber hinaus fühlten annähernd 70 %, dass ihre Fälle weder adäquat noch ernsthaft oder respektvoll behandelt worden sind. -
Versicherungen und Zivilverfahren
Weitgehendes Missfallen gegenüber Versicherungsunternehmen wurde
geäußert. Nahezu 80 % der Familien waren weder zufrieden mit dem
Vergleich mit den Versicherungen noch mit deren Angeboten. Nahezu 60 % litten unter den Pflichtuntersuchungen, die durch
Versicherungen vorgeschrieben wurden und denen sich der Verletzte zu
unterziehen hat. Eine extraorbitante Mehrheit von 95 % der Familien hielten es für
wünschenswert, unmittelbar nach dem Unfall einen für die zivilen
Interessen ihrer Familien verantwortlichen Anwalt berufen zu können.
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Körperliche Hilfe für verletzte Unfallopfer
Ungefähr die Hälfte der behinderten Unfallopfer hielten ihre
körperliche Verfassung nach 3 Jahren für stabil, für die andere Hälfte
war dies, wenn überhaupt, selbst viel später noch nicht der Fall. Der
Prozentsatz der durch Versicherungen zuerkannten körperlichen
Invalidität, wurde von 60 % der Unfallopfer als unzureichend erachtet.
Nahezu 40 % erklärten ihre Unzufriedenheit mit medizinischer Behandlung
und Rehabilitation. Nur 37 % der Unfallopfer mit Kopf-Verletzungen erklärten, innerhalb der
ersten 3 Jahre vollständig wieder-hergestellt gewesen zu sein, weitere
19 % waren dies auch nach diesem Zeitraum (noch) nicht. Bei den anderen 44 % verblieben neurologische oder Hirnschäden. Dies
ist insofern auffallend, als die Kopfverletzungen mit gleichzeitigen
körperlichen Verletzungen in ungefähr der Hälfte aller
Straßenverkehrsunfälle vorkamen. Bei den körperlichen Verletzten waren
ungefähr 40% unzufrieden mit den neurologischen Behandlungen und der
Rehabilitation. Nach 3 Jahren litten die kopfverletzten Opfer immer noch unter
neurologischen Störungen: Gedächtnisverlust und
Konzentrationsunfähigkeit in 78 %, Unfähigkeit, normale Gespräche zu
führen, in 70 %, Sprachstörungen in 59 % der Fälle. Nach diesem
Zeitraum waren diese Prozentsätze auf 61 %, 52 % und 29 % gefallen.
Diese Opfer litten unter folgenden Symptomen: Schlafprobleme in 57 %,
Kopfschmerzen in 63 %, störende Alpträume in 61 % und generelle
Gesundheitsprobleme in 57 % der Fälle. Kein signifikanter Abfall wurde
nach 3 Jahren gesehen, was langdauernde, wenn nicht gar immerwährende
psychische Störungen bedeutet.
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Psychischer und körperlicher Schaden für die Opfer und deren Angehörige
Ein
großer Anteil der Angehörigen von Toten und behinderten Unfallopfern
wie auch die Behinderten selbst leiden unter psychischen Störungen. Die
schwerste Situation besteht für die Angehörigen von getöteten
Unfallopfern. In den ersten 3 Jahren nach dem Unfall litten 72 % an
einem Verlust an Interesse für die alltäglichen Tätigkeiten ( Beruf,
Hausarbeit, Kochen, Studium, etc. ), 70 % litten unter Antriebsverlust,
49 % an Verlust des Selbstbewusstseins, 46 % hatten Angstattacken, 37 %
überkamen Suizidgefühle, 64 % litten unter Depressionen, 27 % unter
Phobien, 25 % unter Essstörungen, 78 % unter Angst, 71 % unter Jähzorn
und 71 % waren extrem empfindlich. Nach 3 Jahren fielen diese Quoten im
Durchschnitt lediglich um ca. 10 % ab, was Langzeit- und in bestimmten
Fällen sogar Dauerleiden signalisiert. Im Einzelnen fiel der
Durchschnittswert der Suizidgefährdeten lediglich von 37 % auf 26 % ab.
Ein großer Prozentsatz der Angehörigen geriet dabei in extreme
psychische Anspannung.
Mit Ausnahme der Suizidproblematik
weisen die Angehörigen von verletzten Unfallopfern ähnliche Gefühle auf
wie die Angehörigen von getöteten Unfallopfern. Was die neurologischen
Störungen anbetrifft, sehen sich die Verletzten überraschenderweise in
einer besseren psychischen Situation als ihre Angehörigen. Dies zeigt
sich besonders in Angstattacken, Phobien, Essstörungen,
Zornesausbrüchen und Abwendung von anderen Menschen.
Die Hinterbliebenen waren wieder einmal mit 70 % die
Meistbetroffenen, was Beziehungsprobleme,
Kommunikationsschwierigkeiten, sexuelle Probleme und Probleme des
Intimlebens anbetrifft. Bei den behinderten Unfallopfern betrifft es
die Angehörigen mit 40 % und die Unfallopfer selbst mit 50 %. Diese
Probleme verschwinden nicht etwa nach 3 Jahren, wie man erwarten
sollte, sie verschlechtern sich sogar für jede Gruppe.
Psychologische Hilfe für die Angehörigen von getöteten Unfallopfern
wurde für die Dauer von 3 Jahren nach dem Ereignis von folgenden
Gruppen geleistet: In 86 % der Fälle durch Freunde, in 87% durch
ihre eigene Familie, in
40 % von Ärzten, in 23 % von beruflichen Beratungsstellen, in 5 % durch
Gruppentherapie, in 9 % durch Arbeitgeber und in 22 % durch die
religiöse Gruppe, der man zugehörig war. Dieses Ergebnis ist das
gleiche auch für Angehörige von Gesundheitsgeschädigten und Behinderten
und für die Gesundheitsgeschädigten und Behinderten selbst. Diese
verlassen sich wesentlich mehr als die vorherige Kategorie auf die
Hilfe, die ihnen von Familie und Ärzten entgegengebracht wird,
möglicherweise, weil sie sich in einem viel engeren Kontakt mit ihnen
befinden. Nach dieser 3-Jahresperiode steigt die o.g.
Hilfsbedürftigkeit an. -
Konsequenzen für ihr Leben
Manchmal wird davon ausgegangen, dass sich wegen der Leidensgeschichte
die Beziehung zwischen dem Betreffenden und seinen normalen sozialen
Partnern verschlechtert. Die vorliegende Untersuchung zeigt allerdings,
dass dies nicht immer der Fall ist. Für die Angehörigen von getöteten
Unfallopfern erklärten 36 %, es seien keine Veränderung in ihrer
Beziehung mit Freunden entstanden, 20 % bzw. 23 % erklärten sowohl
bessere als auch schlechtere Beziehungen. Gegenüber ihren Familien
erklärten 42 % keine Veränderung, 21 % bzw. 23 % bessere oder
schlechtere. Mit ihren Ehegatten gab es bei 34 % keine Veränderungen,
bei 16 % bzw. 21 % bessere oder schlechtere. Mit den Kollegen gab es
bei 45 % keine Veränderung, bei 6 % bzw. 16 % sowohl bessere als auch
schlechtere Beziehungen. Für die Mehrzahl der Angehörigen von
Verletzten und die verletzten Unfallopfer selbst sind die sozialen
Beziehungen unverändert wie vorher.
Insgesamt blieb also die Proportion von Veränderungen/keine
Veränderungen für diese letzten 2 Kategorien die gleiche. Wenn
allerdings eine Veränderung eintrat, so war es gewöhnlich eher eine
Verschlechterung als eine Verbesserung. Infolgedessen entbehrt die o.g.
Zusammenfassung nicht einer gewissen Genauigkeit, sie ist allerdings
begrenzt auf die Verletzten und ihre Familien.
Nach dem Unfallereignis waren 49 % der Familien von getöteten
Unfallopfern und 47 % der Familien von geschädigten oder behinderten
Unfallopfern multiplen Veränderungen im Haushalt unterworfen. Familien
von getöteten Unfallopfern litten in 6 % der Fälle unter einer
Trennung. In 5% der Fälle erfolgten Scheidungen, in 28 % verließen ihre
Kinder das Haus. 33 % änderten den Wohnsitz und 3 % heirateten wieder.
Für die Unfallverletzten und ihre Familien kam es viel häufiger zu
Trennung und Scheidung.
Für 68% der Angehörigen von getöteten Unfallopfern war es in den ersten
3 Jahren nicht möglich, Zukunftspläne zu schmieden. Nach dieser Zeit
war dies immerhin noch bei 59 % der Angehörigen der Fall. Für die
Angehörigen von verletzten und gesundheitsgeschädigten Unfallopfern
waren die Aussichten ein wenig besser. Wie oben bereits gezeigt, waren
die gesundheitsgeschädigten Unfallopfer weniger pessimistisch.
Für 91 % der Angehörigen von getöteten Unfallopfern kam es zu einem
erheblichen Verlust der Fähigkeit, ihr Leben wie vor dem Crash zu
leben. Dies galt für die ersten 3 Jahre. Nach dieser Zeit verblieb
dieser Verlust für eine lange Zeit in 84 % der Fälle, für viele wird
dieser Verlust des Lebensgefährten dauernd schmerzlich anhalten. Die
Prognose betreffend der ersten 3 Jahre war für die Angehörigen von
gesundheitsgeschädigten Unfallopfern nicht so schlecht ( 68 % ),
Gleiches gilt für die gesundheitsgeschädigten Unfallopfer selbst ( 69 %
). Einige Zeit nach dieser Periode war von den Angehörigen keine
Veränderung gegenüber dieser Situation festgestellt, jedoch empfanden
15 % der gesundheitsgeschädigten Unfallopfer selbst eine Verbesserung.
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Konsequenzen betreffend des ausgeübten Berufes
Ca. 60 % der
Angehörigen von getöteten Unfallopfern, 80 % von
Angehörigen von gesundheitsgeschädigten Unfallopfern und 70 % von den
Gesundheitsgeschädigten selbst, welche ihren Beruf wechselten, taten
dies wegender mit dem Unfall zusammenhängenden Umstände. Unter denen,
welche ihre Arbeit verloren haben, geschah dies zu 65 %, 33 % bzw.
ebenfalls zu 33 % aus psychischen Gründen, bei dem Rest aus
körperlichen Gründen.
Zusammenfassung
Die vorliegende Studie zeigt überdeutlich, dass der Straßenverkehr das
Leben eines immer größer werdenden Teils unserer Gesellschaft zerstört.
Seitens öffentlicher Stellen einschließlich des gesetzlichen Systems
wurde ja inzwischen genau erkannt, dass diese Hinterbliebenen oder
gesundheitlich Geschädigten durch bzw. nach Straßenunfällen auf Dauer
oft schwerer geschädigt sind, als es bei anderen Opfern oder nach
Totschlag der Fall ist.
Und dennoch gibt es immer noch keine wirksame Hilfe und so gut wie
keinen - wie auch immer gearteten - Ausgleich für geschädigte
Unfallopfer und ihre Familien.
Ziel der vorliegenden Studie war es, die hauptsächlichsten
Erfordernisse der Unfallopfer und/oder ihrer Familien aufzuzeigen und
adäquate Maßnahmen zur Linderung möglicher Leiden in Vorschlag zu
bringen, Diskriminierung und Ungerechtigkeit zu verhindern und die
Verminderung von Lebensqualität und Lebensstandards zu begrenzen.
Schülerarbeiten
EinzelarbeitFasse die von den Unfallopfern, in der vorliegenden Studie, geäußerten Bedenken zusammen (ca. 100 Wörter).
GruppenarbeitErstelle mit Hilfe dieser Studie und durch
Gespräche mit Unfallopfern
und / oder Angehörigen, respektiv Hinterbliebenen, einen
Maßnahmekatalog zur Linderung möglicher Leiden von Unfallopfern und /
oder ihrer Familie hinsichtlich folgender Punkte: - Ersthilfe und Information
- Strafrechtliche Vorgänge
- Versicherungen und Zivilverfahren
- Körperliche Hilfe für verletzte Unfallopfer
Lehrerunterlagen Zusätzliche Informationen
In der vorliegenden Studie haben Verkehrsopfer folgende Punkte genannt
um die Aufmerksamkeit der Verantwortlichen national und europaweit auf
ihre Schicksale zu lenken, die ja teilweise - durch
Straßenverkehrsunfälle verursachte - Leidensgeschichten sind.
Information
Ein dringliches Erfordernis ist zunächst, entsprechende Informationen zu erhalten über - Umstände des Crashs,
- gesetzliche Rechte
- Prozedere einschließlich der gerichtlichen Untersuchungen
- Vorgehen gegenüber den Versicherungsunternehmen
- Details bzgl. der Zivilgerichtsverfahren
- Listen von Hilfs- und Opferorganisationen
- Informationen bzgl. entsprechender Beratung
Solche Informationen sollten in kleinen Büchlein enthalten sein, die
durch die Polizei an die jeweiligen Opfer ausgegeben werden. Diese
Büchlein sollten auch kostenlos bei Hilfsorganisationen, Krankenhäusern
und Gerichten verfügbar sein. Einige Unfallopferorganisationen haben
gerade solche Informationsbüchlein in limitierter Auflage verteilt.
Druck und Verteilungskosten dieser Büchlein sollten durch die
entsprechenden Regierungen getragen werden, die weiterhin auch ein
Ausbildungsprogramm für all die Stellen gründen sollten, welche in
Kontakt mit geschädigten Unfallopfern kommen. Die Polizei sollte die
Unfallopfer bzw. deren Familien über die Details und die Vorgänge des
jeweiligen Falles auf normaler Basis informieren.
Support
Dringende Notwendigkeit besteht, was emotionale, praktische und gesetzliche Hilfe angeht.
Es wurde vorgeschlagen, das freie sog. „Hilfszentren" für Unfallopfer
gegründet werden sollten, wo Unfallopfer solche Hilfe und Unterweisung
in gesetzlicher, medizinischer und psychologischer Hinsicht erhalten
sollten. Freiwillige Unfallopferorganisationen sollten durch staatliche
Fonds ausgestattet werden, um ihre Aufgaben zur Unterstützung von
Unfallopfern nachkommen zu können. Im Fall von Tod oder schwerer
Verletzung sollte ein Anwalt, der verantwortlich für die zivilen
Interessen der Unfallopfer und/oder ihrer Angehörigen ist, unmittelbar
nach dem Unfall hinzugezogen werden.
Strafgerichtsbarkeit
Strafgerichtsverfahren sollten vereinfacht und beschleunigt werden.
Folgen von Verkehrsverstößen mit nachfolgenden Todesfällen oder
Verletzungen müssen den Tod und die Verletzungen als zentrales Anliegen
behandeln. Wo es notwendig ist, müssen Gesetze geändert werden, um
sicherzustellen, dass Tod und Verletzung verfolgt werden. Urteile
müssen ausreichend streng sein, um eine Abschreckung zu erreichen.
In das Strafrechtssystem, bei welchem z.Zt. die Beklagten Vorteile
haben, muss Gleichgerechtigkeit eingeführt werden. Sie wäre durch
entsprechende Zahlungen seitens der Konzerne zugunsten der Bedürfnisse
der Unfallopfer zu erreichen. Konzerne dürfen also nicht länger von den gerichtlichen Vorgängen
ausgeschlossen bleiben, sondern bei diesen Vorgängen als beteiligte
Partei voll eingebunden werden. Volle Teilnahme und Information würde also den zahlreichen
Schwierigkeiten vorbeugen können, welche eine ganze Reihe von
Unfallopfern mit der Justiz haben.
Ansprüche gegen die Versicherungsunternehmen
Was die Höhe der Zahlungen, die derzeit durch die
Versicherungsunternehmen angeboten werden, bei Vergleichsverfahren
anbetrifft, besteht eine weitverbreitete Unzufriedenheit seitens der
Unfallopfer, speziell in schweren Fällen.
Unfallopfer und die Familien der Unfallopfer werden ohnehin schon
äußerst ungerecht behandelt, sowohl durch die Länge der Verfahren als
auch die fehlende Sensibilität der Mitarbeiter (Anwälte) von
Versicherungsunternehmen.
Zivilgerichtsverfahren
Zivilprozesse sollten nicht als Ersatz für Strafgerichtsverfahren angesehen werden.
Verfahren müssen vereinfacht und beschleunigt, Sekundärschäden mitberücksichtigt werden.
Versicherungsunternehmen sollten verpflichtet werden, unverzügliche
Zahlungen zu leisten, um außergewöhnliche Ausgaben wie
Bestattungskosten etc. auszugleichen.
Zusätzliche Zahlungen sollten an die Unfallopfer und deren Familien
geleistet werden, die nicht länger imstande sind, sich selbst zu
helfen. Die Höhe der entsprechenden Zahlung soll der Relation des
Schadens entsprechen.
Sekundärschäden müssten ebenfalls berücksichtigt werden.
Auch Zivilprozesse müssen vereinfacht und beschleunigt werden.
Zivilprozessverfahren sollten nicht als Ersatz für
Strafgerichtsverfahren angesehen werden.
Alle Schritte müssen getan werden, Kopfverletzungen bei Unfallopfern
festzustellen und es den Betreffenden zu ermöglichen, ein annähernd
normales Leben führen zu können.
Seelische und körperliche Schäden bei Unfallopfern und ihren Angehörigen
Der plötzliche und schmerzliche Tod eines Familienmitgliedes und
speziell eines Kindes hat eine tiefe Wirkung auf das Leben der übrigen
Familienmitglieder. In vielen Fällen verlieren die Hinterbliebenen die
Lebenslust, Suizidgedanken und tatsächliche Suizide steigen an. Oftmals
bricht das Immunsystem der Betroffenen zusammen, was sich dann in Form
von Krankheiten oder sogar tödlich auswirkt. Mit Ausnahme der
Suizidgefahr befinden sich die Angehörigen von gesundheitsgeschädigten
Unfallopfern in der gleichen Verfassung.
Diese genannten widrigen Umstände zeigen dringendes Bedürfnis für
langandauernde emotionale, moralische und psychologische Hilfe für die
Familien von Unfallopfern. Diese entsprechende Hilfe, welche
hauptsächlich von Freunden und Familienmitgliedern gewährleistet wird,
sollte durch die o.g. Hilfszentren vervollständigt werden. Die widrigen
Umstände sind die hauptsächlichen Ursachen für den Verlust der
Lebensqualität. Wenn dieser auch als Sekundärschäden beurteilt wird,
wird er trotzdem zur Zeit gesetzlich (noch) nicht anerkannt.
Zu den Schülerarbeiten
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Einzelarbeit
Signifikante Ergebnisse dieser Studie waren:
- Die Informationen an Verkehrsunfallopfer betreffend ihrer
gesetzlichen Rechte und die existierenden Hilfsorganisationen sind
z.Zt. vollkommen unzureichend.
- Die meisten Opfer und die betroffenen Familien benötigen ein hohes Maß an emotionaler, praktischer und gesetzlicher Hilfe.
- Die Opfer und ihre Familien äußern höchste Unzufriedenheit über ihre Erfahrungen mit Straf- und Zivilgerichtsbarkeit.
- Unfallbedingte, häufig bestehende Hirnschäden mit der Folge langer
Beeinträchtigung finden bislang keine ausreichende gesetzliche
Anerkennung.
- Seelische Leiden bei Verkehrsopfern und ihren Familien sind oft
stark ausgeprägt und langandauernd. Diese Leiden verschlimmern sich und
sind oft Ursache psychosomatischer Krankheiten, welche fatale Folgen,
auch Suizid, nach sich ziehen können.
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Gruppenarbeit
Ersthilfe und InformationDie meistbenötigte Hilfe für Familien ist:
- Ausschließlich von speziell dafür ausgebildeten Personen über den Tod des Angehörigen informiert zu werden
- Unverzüglicher Zugang zum Körper des Getöteten
- Unverzügliche emotionale, psychologische, praktische und gesetzliche Hilfe
- Unverzügliche Information über ihre gesetzlichen Rechte, gesetzliche
Vorgänge, Hilfs- und Unfallopferorganisationen, umfassende
- Umstände der
Unfalldetails, der Leichenschau und der gesetzlichen Beratung.
Information bei Todesfällen durch jemand, der für solche Gespräche
besonders geeignet ist.
- Gesetzliche Unterstützung
Strafrechtliche Vorgänge
Die meistgestellten Forderungen der betroffenen Familien waren:
- Zwangs-Blutproben auf Alkohol oder Drogen bei Fahrern, die einen Unfall verursacht haben
- Durchführung der Recherchen und der gerichtlichen Verfolgung genau so wie in Mordfällen
- Fahrverbot für Fahrer, die getötet oder Verletzungen verursacht haben, bis zum Gerichtsverfahren
- Einbeziehung der Familien von Opfern in die Abwicklungsverfahren
- Gegenseitiger Respekt während der Abwicklungsverfahren
- Härtere Strafen, angemessenere Gefängnisstrafen und/oder alternative
Bestrafung in Fällen schwerer Folgen wie Tod oder Verletzung
- Lebenslanges Fahrverbot für Wiederholungstäter
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Versicherungen und Zivilverfahren
Die meistgestellten Forderungen waren:
- Zahlungen für Kosten durch Beerdigungen, Einkommensverlust,
Ärztliche Behandlung müssten unverzüglich bezahlt werden, um
Unfallopfer und deren Familien vor unannehmbaren finanziellen Härten zu
bewahren.
- Dringende Überprüfung der Tarife und Policen von Versicherungsunternehmen
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Körperliche Hilfe für verletzte Unfallopfer
Diese Fragebogenaktion erbringt sehr wichtige Nachweise, so z.B.:
- Körperliche Beeinträchtigung nach Straßenverkehrsunfällen haben
Langzeiteffekte, welche scheinbar nicht erkannt werden, so dass nicht
garantiert ist, dass die Opfer ihren früheren Lebensstandart wieder
erreichen.
- Die Wirkungen von Kopfverletzungen werden oft nicht erkannt, weil
sie nicht immer vordergründig sichtbar sind. Sie kosten die Unfallopfer
sogar Beruf oder Ausbildung mit allen schweren ökonomischen
Konsequenzen für die Gesellschaft insgesamt.
Literaturverzeichnis
Zur Erstellung der vorliegenden „ Fiche pédagogique“ wurden folgende Unterlagen herangezogen:
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Fédération Européenne des Victimes de la Route
Auswirkung von Unfalltod und - verletzung auf der Strassen
Untersuchung über die Hauptgründe der Verminderung der Lebensqualität
und des Lebensstandards von Straßenverkehrsunfallopfern und ihren
Familien. Vorschläge zur Verbesserung dieser Situation. Schlussbericht.
Studie in Zusammenarbeit mit der Kommission der Europäischen Union,
Februar 1995
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